Die vergangene Woche war im Smart Home weniger von spektakulärer neuer Hardware geprägt als von etwas, das langfristig wichtiger sein könnte: Die großen Plattformen sortieren ihre Grundlagen neu. Home Assistant verabschiedet sich bewusst vom Begriff Cloud, Google verbessert Gemini für den Alltag im Smart Home und FRITZ!OS 8.50 bringt Matter, neue Routinen und deutlich mehr Netzwerkfunktionen in die Breite.

Genau deshalb ist diese Woche spannend. Es geht nicht nur darum, welches Gerät neu ist, sondern darum, wie zuverlässig, offen und verständlich ein Smart Home im Alltag funktioniert.

Das war wirklich wichtig

Home Assistant Cloud wird Home Assistant Link

Nabu Casa hat am 2. Oktober angekündigt, Home Assistant Cloud in Home Assistant Link umzubenennen. Offiziell wird der neue Name mit Home Assistant 2026.12 am 2. Dezember eingeführt.

Technisch ändert sich für bestehende Nutzer erst einmal nichts. Fernzugriff, Alexa und Google Home, Online Spracherkennung, Offsite Backups und Support bleiben bestehen. Der eigentliche Punkt ist die Positionierung: Home Assistant will noch deutlicher machen, dass das Smart Home lokal läuft und der Online Dienst nur zusätzliche Verbindungen bereitstellt.

Das klingt zunächst nach Marketing, trifft aber einen echten Nerv. Gerade bei Smart Home Diensten verschwinden Funktionen, wenn Hersteller Server abschalten, Preise erhöhen oder Produkte aus dem Support nehmen. Home Assistant will mit dem neuen Namen klarer vermitteln: Dein Zuhause funktioniert auch ohne Link weiter.

Nabu Casa Konto mit Home Assistant Link, Remote Access und Abonnementübersicht
Home Assistant Link bleibt ein optionaler Dienst für Fernzugriff, Sprache und Backups. Bild: Home Assistant / Nabu Casa

Google Home macht Gemini im Alltag schneller und zuverlässiger

Google hat am 30. September ein ungewöhnlich umfangreiches Update für Google Home veröffentlicht. In den offiziellen Release Notes nennt Google Verbesserungen bei Gemini for Home, Gerätesteuerung, Matter Schaltern, Kameras und Automationen.

Für den Alltag besonders interessant: Gemini soll Sprachbefehle bei Hintergrundgesprächen besser erkennen, häufige Smart Home Befehle schneller beantworten und Haushalte mit mehreren Sprachen zuverlässiger verstehen. Außerdem behandelt Google eine kleine, aber nervige Eigenheit bei Lampen. Wird die Helligkeit auf null Prozent gesetzt, soll jetzt ausdrücklich ein Ausschaltbefehl gesendet werden, statt manche Lampen auf minimaler Helligkeit weiterlaufen zu lassen.

Auch Matter bekommt Detailpflege. Nicht verbundene Matter Schalter sollen in der Geräteübersicht korrekt als offline erscheinen und sich in der App nicht mehr so verhalten, als wären sie erreichbar.

Google Home als Plattform für Gemini, KI Agenten und Smart Home Geräte
Google baut Gemini Schritt für Schritt tiefer in den Smart Home Alltag ein. Bild: Google

Das passt zu einer Entwicklung, die wir bei Smartzeug schon länger beobachten: Sprachassistenten werden weniger zu reinen Befehlsmaschinen und stärker zu einer Steuerungsschicht für komplexere Smart Homes. Dazu passt auch unser Hintergrundstück zu Google Home und KI Agenten.

FRITZ!OS 8.50 startet und bringt Matter in eine größere Zielgruppe

Seit dem 29. September rollt FRITZ! FRITZ!OS 8.50 offiziell aus. Den Anfang macht die FRITZ!Box 7690, weitere aktuelle FRITZ!Box und FRITZ!Repeater Modelle sollen in den kommenden Wochen folgen.

Für Smart Home Nutzer steckt mehr drin als ein Router Update. Die FRITZ!Box 5690 Pro kann als Matter Bridge genutzt werden. Dadurch lassen sich FRITZ! Smart Home Geräte in Apple Home, Google Home und Amazon Alexa einbinden. Dazu kommen neue Routinen, Geofencing, Energiesparfunktionen und Schutzmechanismen für smarte Steckdosen.

Auch außerhalb des Smart Homes ist FRITZ!OS 8.50 interessant. Neue DNS Filter können Werbung, Tracker, Schadsoftware oder Phishing Domains für Geräte im Heimnetz blockieren. Die automatische Priorisierung soll gleichzeitig dafür sorgen, dass zeitkritische Verbindungen wie Videokonferenzen oder Gaming weniger leicht ins Stocken geraten.

Die wichtigsten Änderungen und die Grenzen der neuen Matter Funktionen haben wir bereits ausführlicher erklärt: FRITZ!OS 8.50 ist da: DNS Filter, Matter und neue Smart Home Routinen erklärt.

Bei Smartzeug diese Woche

Auf Smartzeug.com ging es diese Woche auffällig oft um dieselbe Frage: Wie bekommt man mehr Funktionen ins Smart Home, ohne dabei die Kontrolle zu verlieren?

Kuriosität der Woche

Ein Optiker stoppt den Verkauf von Meta Smart Glasses

Smart Glasses werden technisch immer besser, gleichzeitig wird die gesellschaftliche Akzeptanz zum eigentlichen Problem. Die niederländische Optikerkette Hans Anders hat den Verkauf von Ray Ban Meta Brillen in den Niederlanden und Belgien vorübergehend gestoppt. Als Grund nannte das Unternehmen Datenschutzbedenken. Reuters berichtete darüber am 2. Oktober.

Das ist deshalb interessant, weil Meta gerade gleichzeitig versucht, Smart Glasses alltagstauglicher zu machen. Die neue Ray Ban Meta Audio ohne Kamera ist fast die Gegenbewegung dazu. Weniger Technik kann hier tatsächlich ein Vorteil sein, weil genau die Kamera bei vielen Menschen das größte Akzeptanzproblem ist.

Vielleicht ist das die eigentliche Kuriosität: Bei Smart Glasses entscheidet gerade nicht nur, was technisch möglich ist, sondern ob Menschen in der Umgebung das Gerät überhaupt akzeptieren.

Was nächste Woche spannend wird

Bei Home Assistant richtet sich der Blick auf 2026.10. Die Beta zeigt bereits eine überarbeitete Karte, Verbesserungen bei Automationen, Energie und MCP. Entscheidend wird sein, welche Änderungen es unverändert in die finale Version schaffen und ob es noch relevante Breaking Changes gibt.

Das Video dazu ist bereits online:

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Bei FRITZ!OS 8.50 wird interessant, welche Boxen als Nächstes folgen. Gerade die Matter Bridge ist nur dann wirklich relevant für den Massenmarkt, wenn sie nicht auf einzelne High End Modelle begrenzt bleibt.

Und bei Google Home ist die Richtung inzwischen klar: Gemini wird nicht mit einem großen Knall fertig, sondern über viele kleine Updates Schritt für Schritt brauchbarer. Für normale Nutzer ist genau das wahrscheinlich wichtiger als die nächste große KI Demo.

Smartzeug Fazit der Woche: Diese Woche zeigt ziemlich gut, wohin sich Smart Home bewegt. Weniger einzelne Insellösungen, mehr gemeinsame Standards, mehr KI und gleichzeitig ein stärkerer Fokus auf lokale Kontrolle. Die Technik wird komplexer. Im besten Fall merkt der Nutzer davon irgendwann weniger statt mehr.