Amazon hat am 28. Oktober neue Echo-Geräte vorgestellt. Die auffälligste Neuheit steht auf dem Nachttisch und soll per Ultraschall einen passenden Moment zum Wecken erkennen. Für viele Smart-Home-Haushalte ist aber der kleine Echo Dot die größere Nachricht: In der neuen Generation stecken Zigbee, Matter und Thread.

Dazu kommt ein Echo Studio mit Kamera. Damit geht es bei dieser Runde um drei ziemlich unterschiedliche Entscheidungen: Welche Zentrale brauche ich, welche Daten darf mein Schlafzimmergerät erfassen und will ich wirklich eine Kamera im Lautsprecher? Eine neue Alexa-Kugel ist inzwischen deutlich mehr als ein anderer Platz für die Wetteransage.

Das ist für Deutschland wichtig: Den neuen Echo Dot, Echo Time und Echo Studio mit Home-Kamera führt Amazon bereits im deutschen Shop. Alexa+ ist bei neuen Geräten im Early Access enthalten. Die anschließenden Bedingungen solltest du bei der Kaufentscheidung mitdenken.

Echo Dot bekommt Zigbee, Matter und Thread

Grüner neuer Echo Dot auf einem Schreibtisch neben einer Frau mit Notizbuch und Laptop
Der neue Dot bekommt einen integrierten Smart-Home-Hub. Offizielles Pressebild, zum Vergrößern antippen. Bild: Amazon.

Amazon nennt in der offiziellen Vorstellung der neuen Lautsprecher einen integrierten Smart-Home-Hub mit Zigbee, Matter und Thread. Kompatible Geräte lassen sich damit direkt anbinden. Dazu kommen Amazons AZ3-Chip und ein viertes Mikrofon. Eine eero-Erweiterung ist ebenfalls eingebaut, setzt für die WLAN-Erweiterung aber ein vorhandenes eero-Netz voraus.

Zur Einordnung: Matter ist der gemeinsame Steuerstandard, Thread eine mögliche Funkverbindung darunter. Matter-Geräte können auch WLAN nutzen. Die offizielle Matter-Dokumentation von Home Assistant erklärt diese Rollen. Zigbee ist ein weiterer, eigenständiger Weg zur Geräteanbindung.

Für Einsteiger könnte der Dot dadurch zwei Aufgaben übernehmen: Sprachsteuerung und Zentrale für passende Geräte. Wer bisher beim kleinen Lautsprecher zusätzlich über eine separate Zentrale nachdenken musste, bekommt eine neue Option. Die Aussage bezieht sich ausdrücklich auf die jetzt vorgestellte Generation. Aus ihr folgt kein entsprechendes Hardware-Upgrade für einen älteren Dot.

Für ein gewachsenes Smart Home würde ich trotzdem zuerst die Geräteliste prüfen. Welche Leuchten, Sensoren und Funktionen willst du darüber nutzen? Amazons Versprechen gilt für kompatible Produkte. Drei bekannte Standardnamen auf der Verpackung sind ein guter Anfang, aber noch keine Zusage für jede gewünschte Funktion deines vorhandenen Aufbaus. Die genaue Modellbezeichnung findest du im deutschen Angebot des neuen Echo Dot.

Echo Time schätzt Schlafphasen ohne Kamera

Frau im Bett neben einem Echo Time auf dem Nachttisch, dessen Display sechs Uhr zeigt
Echo Time soll den Weckzeitpunkt anpassen. Ob das angenehm funktioniert, müssen Praxistests zeigen. Bild: Amazon.

Der neue Echo Time ist laut Amazon speziell fürs Schlafzimmer gedacht. Er besitzt ein rundes 3,2-Zoll-Touchdisplay und keine Kamera. Die optionale intelligente Weckfunktion soll innerhalb eines eingestellten Zeitfensters eine leichtere Schlafphase erkennen. Ultraschall erfasst dafür Atmung und Nähe; Amazon bündelt seine Sensorik unter dem Namen Omnisense.

Das Display wird zum Aufwachen allmählich heller. Abends dimmt es und reduziert den Blaulichtanteil. Klingt nach einem vernünftigen Ansatz für Menschen, die morgens regelmäßig mit dem Wecker diskutieren. Ob die kontaktlose Erkennung bei dir, deinem Abstand zum Nachttisch und deiner Schlafsituation zuverlässig funktioniert, ist durch die Ankündigung allerdings nicht bewiesen. Einen eigenen Test haben wir noch nicht gemacht.

In den deutschen Produktinformationen zum Echo Time steht auch die entscheidende Einschränkung: Schlaferfassung lässt sich in der Alexa-App ein- und ausschalten und funktioniert bei deaktivierten Mikrofonen nicht. Keine Kamera bedeutet also weiterhin Sensorik im Schlafzimmer. Entscheide bewusst, ob du diese Funktion überhaupt möchtest.

Echo Studio schaut jetzt auf Wunsch ins Wohnzimmer

Echo Studio mit sichtbarer Kamera über den Tasten, auf zwei Büchern neben einer Lampe
Die neue Studio-Variante trägt ihre Kamera über den Tasten. Der bisherige Studio ohne Kamera bleibt eine eigene Option. Bild: Amazon.

Der Echo Studio mit Home-Kamera erweitert den Lautsprecher um eine 13-Megapixel-Kamera und Live-Video in der Alexa-App. Außerdem soll Alexa+ Gegenstände erkennen und Fragen dazu beantworten. Amazon nennt als Beispiele Hilfe bei Alltagsfragen und das Nachbestellen von Produkten.

Für den Datenschutz beschreibt Amazon eine Taste zum Deaktivieren von Mikrofon und Kamera sowie eine Kamerastatus-LED. In der Lautsprecherankündigung erklärt der Hersteller außerdem, dass eine LED aufleuchtet, wenn Bilder oder Videos in die Cloud übertragen werden. Die Variante ohne Kamera bleibt erhältlich.

Für mich ist das die persönlichste Entscheidung dieser Vorstellung. Einen Lautsprecher stellt man dorthin, wo er gut klingt und Sprachbefehle versteht. Bei einer Kamera zählt zusätzlich, was sie von dort aus sieht. Wer eigentlich nur Musik und Lichtsteuerung will, sollte die zusätzliche Bildaufnahme als eigene Funktion bewerten. Sie macht den Lautsprecher nicht automatisch zum besseren Gerät für jeden Haushalt.

Alexa+ mitdenken, bevor die alte Zentrale auszieht

Die deutschen Produktseiten der neuen Geräte nennen Alexa+ Early Access als enthaltene Leistung. Nach dieser Phase bleibt Alexa+ für Prime-Mitglieder enthalten. Ohne Prime ist ein separates kostenpflichtiges Abonnement optional; laut Amazon wird es nicht automatisch abgeschlossen. Für den deutschen Early Access verlangt Amazon ein persönliches, deutschlandbasiertes Konto und die Gerätesprache „Deutsch (Deutschland)“.

Ich würde deshalb zwei Fragen getrennt beantworten: Welche Hardwarefunktion fehlt dir heute wirklich, und welche neue Funktion möchtest du gerade wegen Alexa+ nutzen? Ein Hub im Dot kann ein konkretes Problem lösen. Ein neuer Assistent oder Schlafsensor muss sich seinen Platz im Alltag erst verdienen.

Wer seine vorhandene Installation umbauen will, sollte auch den Offline-Test für das eigene Smart Home einplanen. Prüfe deine wichtigen Abläufe, bevor du eine bisher funktionierende Zentrale entfernst. Unser Überblick zu Apples Smart-Home-Neustart zeigt außerdem, wie unterschiedlich die Plattformen gerade um den Platz im Zuhause konkurrieren.

Mein erster Eindruck zur Vorstellung: Der neue Dot bringt die greifbarste Änderung für den Einstieg ins Smart Home. Echo Time ist die spannendere Wette auf einen angenehmeren Morgen. Beim Studio würde ich zuerst die Kamera-Frage beantworten und danach über Klang nachdenken. Alle drei verdienen einen Blick auf die tatsächlichen Funktionen, bevor die nächste Kugel im Warenkorb landet.

Im Video: Zigbee und Matter an einem konkreten Gerät

Was unterschiedliche Anbindungswege im Alltag bedeuten, zeigen wir in unserem eigenen Smartzeug-Test der Shelly-Gen4-Relais: ab 20:48 mit Zigbee und ab 23:17 mit Matter. Die Aufnahme ist ein Gerätebeispiel für die Standards, kein Test der gerade vorgestellten Echos und kein Nachweis ihrer konkreten Kompatibilität.

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