Genau dazu gibt es seit gestern neue Details. Mark Gurman berichtet bei Bloomberg, dass Apple den bislang unangekündigten Home Hub inzwischen in den Wohnungen von Mitarbeitern testen soll. Das Gerät soll eine eigene, stark auf Siri AI ausgerichtete Oberfläche bekommen und Personen vor dem Display erkennen können.
Damit wird aus einem Gerücht, das seit gefühlt einer Ewigkeit durchs Netz geistert, noch kein angekündigtes Produkt. Aber die neuen Details machen ziemlich klar, was Apple damit erreichen will: Das Smart Home soll nicht nur wissen, welches Gerät angesprochen wird, sondern auch, wer gerade davorsteht.
Apple Home Hub: Was ist heute neu?
Die Grundidee eines Apple-Displays für das Zuhause ist nicht neu. Der konkrete Anlass für diesen Artikel ist der Bericht vom 20. September 2026. Demnach soll Apple den Home Hub aktuell in echten Mitarbeiter-Haushalten testen.
Neu beziehungsweise erneut konkretisiert werden dabei vor allem vier Punkte:
- Der Home Hub soll ein eigenes Betriebssystem beziehungsweise eine speziell auf das Gerät zugeschnittene Oberfläche bekommen.
- Siri AI soll nicht nur eine Zusatzfunktion sein, sondern im Mittelpunkt der Bedienung stehen.
- Eine Kamera soll erkennen, welche Person vor dem Gerät steht, und die dargestellten Informationen anpassen.
- Die Gesichtserkennung soll laut Bericht ohne ein vollständiges Face-ID-Tiefensensorsystem auskommen.
Dazu kommen die bereits länger kursierenden Konzepte eines eher quadratischen Displays, Widgets, Uhrenansichten sowie einer Variante für den Tisch und einer Wandbefestigung. Einen bestätigten Veröffentlichungstermin gibt es weiterhin nicht.
Die Gesichtserkennung ist für mich wichtiger als das Display
Ein Bildschirm an der Wand ist 2026 wirklich keine Revolution. Wer Home Assistant nutzt, kann sich seit Jahren ein Tablet an die Wand hängen. Amazon und Google haben Smart Displays längst im Programm. Auch ein iPad kann heute schon als ziemlich komfortable Smart-Home-Oberfläche dienen.
Interessant wird Apples Ansatz erst durch die Frage: Was zeigt das Display wem?
Stell dir vor, du gehst morgens in die Küche. Das Display erkennt dich und zeigt deine Termine, deine Erinnerungen, den Akkustand deines Autos und vielleicht die für dich relevanten Smart-Home-Zustände. Fünf Minuten später steht dein Kind davor und bekommt nicht deinen Kalender, sondern Familieninformationen, Wetter und die nächste Schulzeit angezeigt.
Das wäre deutlich mehr als ein festes Dashboard.
Und genau hier hat Apple einen Vorteil, den viele klassische Smart-Home-Panels nicht haben. Das Unternehmen besitzt bereits Nutzerkonten, persönliche Geräte, Kalender, Nachrichten, Medienprofile und eine Home-App. Wenn diese Informationen sinnvoll und datenschutzfreundlich zusammengeführt werden, könnte ein gemeinsames Display erstmals wirklich mehrbenutzerfähig wirken.
Heute ist Apple Home noch deutlich simpler
Offiziell funktioniert Apple Home aktuell wesentlich klassischer. Apple nennt HomePod, HomePod mini und Apple TV als Home Hubs. Sie ermöglichen unter anderem Fernzugriff, Automationen und spielen auch bei Matter eine wichtige Rolle.
Was fehlt, ist eine zentrale sichtbare Oberfläche im Raum. Die Home-App lebt auf iPhone, iPad, Mac und Apple Watch. Das funktioniert gut, setzt aber voraus, dass man eines dieser Geräte gerade zur Hand nimmt.
Ein Home Hub mit Display würde diese Logik umdrehen. Nicht mehr du öffnest die Home-App. Das Smart Home steht bereits sichtbar im Raum.

Siri entscheidet, ob das Ganze genial oder nur ein teures Display wird
Bei einem solchen Gerät hängt fast alles an Siri.
Ein Touchscreen für Licht, Rollläden und Kameras ist nett. Dafür braucht niemand zwingend neue Apple-Hardware. Spannend wird das Gerät erst dann, wenn Sprache und Kontext wirklich funktionieren.
Apple hat in diesem Jahr bereits gezeigt, wohin die Reise gehen soll. Apple Intelligence wertet inzwischen auch Informationen in der Home-App aus, etwa indem Kameraclips beschrieben und durchsuchbar gemacht werden.
Übertragen auf einen Home Hub könnte daraus etwas Praktisches werden. Statt „Zeig Kamera Haustür“ wäre eine Anfrage wie „Was war gerade draußen los?“ denkbar. Oder statt fünf einzelne Geräte zu steuern: „Wir gehen jetzt schlafen“ und Siri versteht anhand des Hauses, welche Aktionen dazu gehören.
Das ist allerdings genau der Punkt, an dem Apple liefern muss. Ein schickes Display mit einer Siri, die weiterhin bei komplexeren Zusammenhängen aussteigt, wäre aus Smartzeug-Sicht ziemlich schnell nur ein sehr teurer Lichtschalter.
Und was bedeutet das für Home Assistant?
Hier wird es für uns besonders interessant.
Apple Home und Home Assistant müssen kein Entweder-oder sein. Die offizielle HomeKit-Bridge von Home Assistant kann Entitäten aus Home Assistant in Apple Home bereitstellen. Geräte, die Apple selbst gar nicht unterstützt, können dadurch trotzdem in der Home-App und über Siri auftauchen.
Genau deshalb könnte ein Apple Home Hub auch für Home-Assistant-Nutzer spannend werden, die Apple gar nicht als eigentliches Smart-Home-Gehirn einsetzen wollen.
Home Assistant macht die Logik im Hintergrund, Apple liefert das familienfreundliche Frontend an der Wand.
Das wäre für mich sogar eines der interessanteren Szenarien. Komplexe Automationen, Energieflüsse, Sensorik und Geräteintegration bleiben in Home Assistant. Der Rest der Familie bekommt eine Oberfläche, die nicht nach Admin-Konsole aussieht.
Ob der neue Hub dabei zusätzliche Funktionen für Home-Assistant-Geräte bekommt, ist allerdings völlig offen. Auch ist nicht bekannt, ob Apple die personalisierte Anzeige nur mit eigenen Diensten tief verzahnt oder ob Drittanbieter davon sinnvoll profitieren können.
Matter könnte wichtiger werden als HomeKit
Apple positioniert Matter bereits heute als zentralen Baustein seines Smart Homes. Das ist für einen neuen Home Hub wichtig, denn ein Gerät, das nur im klassischen HomeKit-Kosmos funktioniert, wäre 2026 unnötig eingeschränkt.
Der spannendere Weg wäre: Matter für möglichst breite Gerätekompatibilität, Apple Home als einfache Oberfläche und Siri AI als Kontextschicht darüber.
Dann wäre der Home Hub nicht nur ein Display für Apple-Fans, sondern könnte tatsächlich zum Bedienpunkt für Lampen, Sensoren, Schlösser, Thermostate und weitere Matter-Geräte verschiedener Hersteller werden.
Ob Apple diesen offenen Ansatz konsequent verfolgt, wissen wir erst, wenn das Produkt offiziell ist.
Die Community ist gleichzeitig neugierig und genervt
Die Reaktionen zeigen ziemlich gut, wie lange dieses Thema schon köchelt. Ein aktueller Reddit-Thread zum neuen Bericht hat innerhalb kurzer Zeit mehrere hundert Bewertungen gesammelt. Neben Vorfreude taucht dort immer wieder dieselbe Reaktion auf: Man habe diesen Home Hub schon so oft als „bald“ angekündigt gesehen, dass man ihn erst glaube, wenn Apple ihn tatsächlich zeigt.
Das ist eine ziemlich gesunde Haltung.
Gleichzeitig gibt es eine zweite offene Frage: Wie teuer wird das Ökosystem drumherum? Apple koppelt bereits einige neue KI-Funktionen der Home-App an größere iCloud-Tarife. Wir haben uns das bei HomeKit Secure Video und Apples Kamera-KI schon genauer angesehen.
Wenn der Home Hub wirklich zur KI-Zentrale des Hauses werden soll, wird deshalb nicht nur der Hardwarepreis interessant. Entscheidend ist auch, welche Funktionen ohne zusätzliches Abo dauerhaft nutzbar bleiben.
Braucht man überhaupt noch einen Bildschirm an der Wand?
Das ist für mich die wichtigste Gegenfrage.
Wir haben Smartphones. Tablets. Smartwatches. Fernseher. Sprachlautsprecher. Viele Home-Assistant-Nutzer haben sowieso schon ein Dashboard irgendwo hängen.
Apple muss deshalb einen Grund liefern, warum dieses eine weitere Display besser ist als ein altes iPad an der Wand.
Die Antwort könnte genau in der Kombination aus permanenter Verfügbarkeit und Personenerkennung liegen. Ein iPad an der Wand weiß nicht automatisch, ob gerade ich, meine Frau oder eines der Kinder davorsteht. Ein wirklich intelligenter gemeinsamer Hub könnte genau diese Lücke schließen.
Wenn das funktioniert, ist das spannend.
Wenn am Ende nur ein HomePod mit Touchscreen herauskommt, auf dem dieselben fünf Kacheln wie auf dem iPhone liegen, wird es deutlich schwieriger.
Smartzeug-Fazit: Apple muss nicht das beste Dashboard bauen
Der Apple Home Hub wird nicht dadurch interessant, dass Apple einen Bildschirm an einen Lautsprecher schraubt.
Spannend wird er dann, wenn er versteht, wer vor ihm steht, welche Informationen für diese Person gerade relevant sind und was im Haus passiert. Genau diese Verbindung aus Smart Home, persönlichem Kontext und KI fehlt vielen heutigen Wanddisplays.
Die neuen Informationen vom 20. September sprechen dafür, dass Apple genau in diese Richtung denkt. Dass das Gerät angeblich bereits in Mitarbeiter-Haushalten getestet wird, macht die Geschichte deutlich konkreter als viele frühere Gerüchte.
Trotzdem bleibt es vorerst ein unangekündigtes Produkt. Deshalb würde ich aktuell weder Kaufentscheidungen noch das eigene Smart-Home-Setup darauf ausrichten.
Aber sollte Apple das tatsächlich so umsetzen, könnte ausgerechnet ein Apple-Display eine ziemlich spannende Oberfläche für ein Home Assistant werden, das im Hintergrund weiterhin die eigentliche Arbeit erledigt.
Stand: 21. September 2026. Der Apple Home Hub ist bislang nicht offiziell angekündigt. Angaben zu seinem Funktionsumfang basieren auf aktuellen Berichten und können sich bis zu einer möglichen Vorstellung ändern.