Home Assistant verabschiedet sich vom Wort Cloud. Nabu Casa hat angekündigt, dass aus Home Assistant Cloud am 2. Dezember 2026 offiziell Home Assistant Link wird. Der Name klingt nach einem größeren Umbau. Für bestehende Nutzer ist die wichtigste Nachricht aber erst einmal beruhigend: Das Abo bleibt bestehen, die Funktionen bleiben bestehen und ihr müsst nichts umstellen.
Der Anlass ist frisch. Nabu Casa hat die Umbenennung am 2. Oktober angekündigt und will sie mit Home Assistant 2026.12 offiziell ausrollen. Parallel sorgt das Thema bereits für viel Diskussion in der Community. Im aktuellen Reddit Thread hat die Meldung innerhalb kurzer Zeit mehr als 700 Upvotes gesammelt. Auffällig ist dabei vor allem eine Frage: Was ändert sich eigentlich wirklich?
Home Assistant Link ist vor allem ein neuer Name
Die kurze Antwort lautet: Für bestehende Abonnenten zunächst fast nichts. Laut offizieller Ankündigung von Nabu Casa bleibt technisch dasselbe Abonnement bestehen. Es gibt keine Migration, keinen neuen Account und keine neue Einrichtung.
Auch die bekannten Funktionen bleiben erhalten. Dazu gehören der einfache Fernzugriff auf Home Assistant, verschlüsselte Backups außerhalb des eigenen Hauses, die bequeme Anbindung an Alexa und Google Home, Sprachverarbeitung sowie optimiertes Kamera und Audio Streaming.
Der neue Name soll vor allem besser erklären, was der Dienst tatsächlich macht: Er ersetzt eure lokale Home Assistant Installation nicht. Er verbindet sie mit optionalen Online Funktionen.

Warum stört Home Assistant plötzlich das Wort Cloud?
Eigentlich passt der alte Name schon seit Jahren nicht besonders gut zur Philosophie von Home Assistant. Home Assistant läuft lokal im eigenen Zuhause. Automationen, Geräte und Dashboards hängen grundsätzlich nicht davon ab, dass irgendein Server im Internet erreichbar ist.
Genau hier entstand laut Nabu Casa immer wieder Verwirrung. Neue Nutzer verstanden „Home Assistant Cloud“ teilweise so, als würde ihre eigentliche Home Assistant Installation in der Cloud laufen. Das war nie der Fall.
Nabu Casa formuliert die Kritik am klassischen Cloud Modell deutlich. Gemeint sind vor allem Dienste, bei denen Geräte ohne Hersteller Server kaum noch funktionieren, Daten beim Anbieter landen oder Nutzer nach dem Abschalten eines Dienstes mit eingeschränkter Hardware dastehen. Home Assistant Link soll sich davon bewusst abgrenzen.
Das ist natürlich auch Markenkommunikation. Der Name allein macht einen Onlinedienst nicht automatisch besser. Entscheidend ist deshalb, was technisch dahintersteht.
Was bleibt auch ohne Home Assistant Link lokal?
Der wichtigste Unterschied zu vielen klassischen Smart Home Clouds bleibt unverändert: Home Assistant funktioniert auch ohne das Abo.
Wenn ihr Home Assistant Link nicht bucht oder ein bestehendes Abo beendet, verschwinden eure lokalen Geräte, Automationen und Dashboards nicht. Lampen lassen sich weiter schalten, Sensoren liefern weiterhin Werte und lokale Automationen laufen weiter.
Was wegfällt, sind die Komfortdienste des Abos. Fernzugriff müsst ihr dann selbst lösen, Backups außerhalb des Hauses selbst organisieren und Alexa oder Google Home auf anderem Weg anbinden.
Genau deshalb finde ich „Link“ tatsächlich treffender als „Cloud“. Es beschreibt eher eine optionale Verbindungsschicht über einer weiterhin lokalen Installation.
Was kostet Home Assistant Link in Deutschland?
Auch beim Preis ändert sich nach aktuellem Stand nichts. Auf der offiziellen Preisseite kostet das Abo in der Europäischen Union derzeit 7,50 Euro pro Monat oder 75 Euro pro Jahr, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Beim Jahresabo bezahlt man damit zehn Monate und bekommt rechnerisch zwei Monate dazu.
Eine Preiserhöhung wurde mit der Umbenennung nicht angekündigt. Wer bereits Home Assistant Cloud bezahlt, muss für den Namenswechsel nichts neu abschließen.
Interessanter als der Name sind die Änderungen im Hintergrund
Die eigentliche interessante Nachricht steckt etwas tiefer in der Ankündigung. Nabu Casa hat den Fernzugriff technisch überarbeitet und auf eine neue Bare Metal Infrastruktur umgestellt. Die Verbindung soll möglichst über einen nahe gelegenen Server laufen und dadurch schneller reagieren.
Gleichzeitig wurde die Kontoseite neu gestaltet. Nabu Casa zeigt dort Abo, Fernzugriff, Backup Status und weitere Einstellungen deutlich kompakter. Die neue Infrastruktur soll außerdem die Grundlage für zusätzliche Sicherheitsfunktionen und bessere Account Verwaltung bilden.
Das ist für bestehende Nutzer relevanter als das neue Logo. Ein schnellerer Fernzugriff merkt man im Alltag. Ein neuer Produktname dagegen nur im Menü.

Was ist in Home Assistant Link enthalten?
Die neue offizielle Link Seite nennt derzeit sieben zentrale Vorteile:
- sicherer Fernzugriff auf die eigene Home Assistant Instanz
- verschlüsselte Offsite Backups
- Anbindung an Amazon Alexa und Google Home
- Online Sprachverarbeitung für Sprache zu Text und Text zu Sprache
- verbessertes Video und Audio Streaming
- Support für die Link Funktionen
- Finanzierung der Weiterentwicklung von Home Assistant
Nabu Casa gibt an, dass der Großteil der Gewinne an die Open Home Foundation fließt. Die Stiftung steht hinter Home Assistant und weiteren Open Home Projekten. Das Abo ist damit weiterhin gleichzeitig Dienstleistung und Finanzierungsmodell für die Entwicklung.
Die Community fragt zurecht: Ist das nicht einfach nur Rebranding?
Ja, zum großen Teil ist es genau das.
Im aktuellen Reddit Thread reagieren viele Nutzer entsprechend nüchtern. Mehrere Kommentare fragen sinngemäß nach dem Unterschied zwischen Cloud und Link. Andere begrüßen, dass der Name besser zur lokalen Ausrichtung von Home Assistant passt. Das sind einzelne Community Stimmen und keine Aussage darüber, wie alle Nutzer die Änderung sehen.
Ich würde die Nachricht deshalb auch nicht größer machen, als sie ist. Home Assistant Cloud wird nicht abgeschaltet. Es kommt kein komplett neuer Dienst. Niemand muss seine Installation umbauen.
Interessant ist vielmehr, welche Richtung Home Assistant damit kommuniziert: Lokal bleibt der Kern. Online Dienste sollen eine freiwillige Komfortschicht sein und nicht die Voraussetzung dafür, dass das eigene Zuhause funktioniert.
Wann wird aus Cloud offiziell Link?
Der Wechsel ist für 2. Dezember 2026 geplant und soll mit Home Assistant 2026.12 sichtbar werden. Bis dahin können an verschiedenen Stellen noch beide Namen auftauchen.
Wer gerade mit der aktuellen Version experimentiert, kann sich auch unseren Artikel zu Home Assistant 2026.10 mit neuer Karte, besseren Automationen und MCP ansehen. Link selbst ist allerdings keine Funktion des Oktober Updates. Die offizielle Umbenennung folgt erst im Dezember.
Muss ich als Nutzer jetzt etwas tun?
Nein. Bestehende Abonnenten müssen nichts migrieren, keine neue App installieren und keinen neuen Account erstellen. Wer bisher Home Assistant Cloud nutzt, wird später einfach Home Assistant Link sehen.
Auch wer das Abo bisher bewusst nicht nutzt, muss nichts ändern. Home Assistant bleibt lokal nutzbar und Link bleibt optional.
Mein Fazit: Kleiner Namenswechsel, ziemlich klare Botschaft
Die Schlagzeile klingt dramatischer als die eigentliche Änderung. Home Assistant wirft nicht plötzlich seine Cloud Funktionen weg. Es benennt sie um.
Für Nutzer ist das sogar eine gute Nachricht, weil kein Umbau nötig ist und der Preis unverändert bleibt. Gleichzeitig steckt hinter der Ankündigung mehr als nur Marketing. Der Fernzugriff wurde technisch überarbeitet, die Kontoverwaltung wird übersichtlicher und Nabu Casa schafft die Grundlage für weitere Funktionen.
Am Ende ist „Home Assistant Link“ vor allem ein Name, der weniger Missverständnisse erzeugt. Home Assistant läuft bei euch zu Hause. Link verbindet dieses lokale System mit den Online Extras, wenn ihr sie haben möchtet. Genau so sollte es eigentlich schon der alte Name erklären.




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