SwitchBot Presence vs. Aqara FP300 im echten Alltag – inkl. Preis-Realität
Es gibt diese Smart-Home-Momente, die sind nicht dramatisch aber sie machen dich wahnsinnig.
Ich sitze abends auf dem Sofa.
Ruhig. Entspannt. Keine großen Bewegungen.
Und dann: Klick. Licht aus.
Nicht, weil ich gegangen bin.
Sondern weil mein Bewegungsmelder entschieden hat, ich wäre nicht mehr da.
Und genau da beginnt die Erkenntnis:
Bewegung ist nicht Anwesenheit.
Warum Präsenzsensoren plötzlich wie Magie wirken
Klassische PIR-Bewegungsmelder erkennen Veränderungen wie Wärme, Bewegung, „Action“.
Sobald du ruhig bist (lesen, TV, Laptop), bist du für sie quasi unsichtbar.
Präsenzsensoren mit mmWave setzen da an, wo PIR aufhört:
Sie erkennen Mikrobewegungen also echte Präsenz.
Für meinen Alltagstest standen zwei Geräte auf dem Tisch:
- SwitchBot Presence Sensor (bei mir oft für ~28–30 € zu haben)
- Aqara Presence Multi-Sensor FP300 (eher ~50 €)
Und ja: Genau hier liegt schon der erste dicke Punkt.
Doppelte Preisklasse also muss der FP300 auch doppelt „liefern“, sonst ist er raus.
Zwei Sensoren, zwei Strategien – und beide haben PIR
SwitchBot Presence Sensor: mmWave + PIR (plus Lichtsensor)
Der SwitchBot kombiniert mmWave-Radar mit PIR und einem Lichtsensor.
Das macht ihn reaktionsfreudig: PIR für schnelle Bewegung, mmWave fürs „Ich sitz nur da“.
Der Haken (und der ist wichtig):
Der SwitchBot funkt per Bluetooth und für Home Assistant / Plattformen brauchst du in der Praxis einen SwitchBot Hub (bei dir im Video: Hub Mini).
Heißt übersetzt: Der günstige Sensor ist oft nur dann wirklich günstig, wenn der Hub schon da ist.
Aqara FP300: Dual-Sensing mmWave + PIR (plus Temp/Feuchte/Licht)
Der FP300 hat ebenfalls PIR zusätzlich zum mmWave.
Obendrauf liefert er noch:
- Temperatur
- Luftfeuchtigkeit
- Helligkeit
Das ist im Alltag nicht „nice to have“, sondern Automations-Gold: Heizung, Lüftung, Entfeuchtung, Lichtstimmung.
Zigbee oder Matter via Thread: Der FP300 kann beides – aber du musst dich entscheiden
Der FP300 unterstützt Zigbee oder Matter über Thread.
Wichtig: Das ist kein „läuft parallel“-Ding.
Du stellst den Modus in der Aqara-App um und erst danach bindest du ihn passend ein.
Praktisch bedeutet das:
- Zigbee-Modus: oft mehr Aqara-Feintuning / Optionen, tendenziell bessere Batterielaufzeit (Aqara/Medien nennen grob ~3 Jahre).
- Thread/Matter-Modus: mega für Ökosystem-Kompatibilität (Matter), aber je nach Setup weniger „Aqara-Spezialfeatures“ und eher ~2 Jahre Laufzeit.
Zonen: Die unbequeme Wahrheit bei Batterie-Präsenzsensoren
👉 Batteriebetriebene Präsenzsensoren liefern aktuell keine echten Multi-Zonen / Raumkarten wie ein Aqara FP2.
Du hast im Kern einen zentralen Erkennungsbereich (Field of View + Reichweite), den du über Platzierung und Einstellungen „formst“.
Das ist kein Fail das ist das Preisschild für „kabellos“: weniger Dauer-Scanning, weniger Datenrate, weniger fancy Mapping.
Der Geld-Teil: Warum der Preis hier wirklich entscheidet
Jetzt kommt die Realität:
Der SwitchBot wirkt wie der Value-King bis du den Hub einrechnest (falls nicht vorhanden). Dann ist der „Preisvorteil“ plötzlich deutlich kleiner.
Der FP300 ist teurer, aber bringt dafür:
- PIR + mmWave
- Temperatur + Feuchte + Licht
- Zigbee oder Matter/Thread (wählbar)
- „ein Gerät = mehrere Automations-Sensoren“
Mein Fazit
Wenn du nur Präsenz für Licht willst und SwitchBot sowieso schon nutzt (Hub vorhanden):
➡️ SwitchBot Presence ist brutal stark fürs Geld.
Wenn du Präsenz + Klima + Matter/Thread-Option willst und ein „Sensor-Schweizer-Taschenmesser“ suchst:
➡️ Aqara FP300 wirkt wie die rundere Lösung – gerade für Home-Assistant-Automationen.
Denn genau diese Details machen aus „Smart Home“ ein System, dem man vertraut. 🚀https://youtu.be/R4xa53HV9MA