Aqara Spatial Multi-Sensor FP400 Präsenzsensor für Home Assistant und Matter

Aqara FP400 mit Home Assistant: Matter kann mehr, wenn du ihn richtig einrichtest

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Der Aqara FP400 ist seit dem 16. September 2026 in Deutschland erhältlich und auf dem Papier klingt er erst einmal wie der nächste teure Präsenzsensor. 79,99 Euro, 60-GHz-mmWave-Radar, Thread, Zigbee und bis zu zehn Personen gleichzeitig. Das Interessante steckt aber nicht in der Zahl der erkannten Personen. Spannend ist, wie der FP400 seine Zonen an Home Assistant weitergibt. Denn wer ihn einfach direkt per Matter koppelt, verschenkt einen großen Teil dessen, wofür man ihn eigentlich kauft.

Aqara Spatial Multi-Sensor FP400 Präsenzsensor für Home Assistant und Matter
Aqara Spatial Multi-Sensor FP400. Bild: Hersteller

Genau das macht den FP400 für mich interessanter als eine reine Produktnews. Es geht nicht nur darum, ob jemand im Raum ist. Es geht darum, ob dein Smart Home unterscheiden kann, ob jemand auf dem Sofa sitzt, am Esstisch steht oder gerade den Raum verlässt.

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Der FP400 ist nicht einfach ein neuer FP2

Der bekannte Aqara FP2 arbeitet mit 2,4-GHz-WLAN und kann laut Aqara bis zu fünf Personen gleichzeitig verfolgen. Der neue FP400 setzt ebenfalls auf 60-GHz-mmWave, funkt aber wahlweise über Zigbee oder Matter over Thread. Laut Hersteller kann er bis zu zehn Personen gleichzeitig erfassen und den Raum in bis zu acht benutzerdefinierte Zonen aufteilen.

Interessant ist außerdem die neue Radareinheit. Aqara spricht von einem 4T4R-MIMO-Antennensystem und mehr als fünfmal dichteren Punktwolkendaten gegenüber der vorherigen Generation. Das soll Personen sauberer voneinander trennen und Störquellen besser herausfiltern. Ob das im Alltag tatsächlich so deutlich besser funktioniert, muss ein Praxistest zeigen. Herstellerangabe bleibt Herstellerangabe.

Beim FP2 waren bis zu 30 Zonen möglich. Beim FP400 sind es nur noch acht. Das klingt erst einmal nach einem Rückschritt. Für normale Wohnräume halte ich acht sinnvoll definierte Bereiche allerdings für realistischer als dreißig Mini-Zonen, die am Ende niemand pflegt.

Der wichtigste Punkt für Home Assistant: Nicht einfach den QR-Code scannen

Hier wird es für Home-Assistant-Nutzer interessant. Der FP400 unterstützt Matter over Thread und lässt sich grundsätzlich direkt mit einem Matter-Ökosystem verbinden. Genau das würde ich aber nicht als ersten Schritt machen.

Aqara schreibt in der eigenen Dokumentation ausdrücklich, dass eine direkte Matter-Einbindung ohne vorherige Konfiguration in Aqara Home nur einen allgemeinen Präsenzsensor und einen Lichtsensor bereitstellt. Die benutzerdefinierten Zonen fehlen dann.

Aqara FP400 mit Matter over Thread und Zigbee für Home Assistant
Der FP400 unterstützt Matter over Thread und Zigbee. Bild: Hersteller

Der bessere Weg ist deshalb:

  1. FP400 zuerst in Aqara Home einrichten.
  2. Raum und gewünschte Zonen konfigurieren.
  3. Empfindlichkeit und Zeit bis zur Abwesenheitsmeldung einstellen.
  4. In Aqara Home einen neuen Matter-Kopplungscode erzeugen.
  5. Diesen Code anschließend für Home Assistant verwenden.

Nach dieser Einrichtung kann der FP400 laut Aqara einen Präsenzsensor für den gesamten Raum, bis zu acht Zonen-Präsenzsensoren und den Helligkeitssensor an kompatible Matter-Systeme weiterreichen.

Das ist ein kleines Detail mit großer Wirkung. Wer das Gerät auspackt, den aufgedruckten Matter-Code sieht und ihn sofort in Home Assistant scannt, bekommt ausgerechnet die Funktion nicht, die den FP400 besonders macht.

Brauche ich dafür einen Aqara Hub?

Nicht zwingend. Aqara erlaubt die Einrichtung über ein bereits vorhandenes Thread-Netzwerk eines Drittanbieters. Voraussetzung ist ein kompatibler Thread Border Router. Dann lässt sich der FP400 in Aqara Home konfigurieren und anschließend per Matter an Home Assistant weitergeben.

Mit einem kompatiblen Aqara Hub stehen zusätzlich die Aqara-eigenen Funktionen und lokalen Automationen zur Verfügung. Aktuell nennt Aqara unter anderem Hub M3, M100, M200, Doorbell Camera Hub G410 und Camera Hub G5 Pro als kompatibel. Ältere Hubs wie M2, M1S oder E1 werden für den FP400 nicht unterstützt.

Das ist gerade für bestehende Aqara-Haushalte wichtig. Matter bedeutet hier nicht automatisch, dass jedes alte Aqara-Gateway plötzlich mit dem neuen Sensor zusammenspielt.

Was bringen acht Zonen im Alltag?

Aqara FP400 mit Multi-Zonen-Erkennung für Smart-Home-Automationen
Der FP400 kann einen Raum in bis zu acht benutzerdefinierte Zonen aufteilen. Bild: Hersteller

Der praktische Nutzen beginnt dort, wo ein normaler Bewegungsmelder aufhört. Statt nur „Bewegung ja oder nein“ kann eine Automation auf einen konkreten Bereich reagieren.

Im Wohnzimmer könnte eine Zone das Sofa abdecken. Wird dort Präsenz erkannt und die Helligkeit liegt unter deinem Grenzwert, schaltet Home Assistant nur die passende Beleuchtung ein. Am Esstisch kann eine andere Automation laufen. Am Eingang kann eine Zone schneller erkennen, dass jemand den Raum betritt oder verlässt.

Das ist genau der Unterschied zwischen einem Smart Home, das auf Bewegung reagiert, und einem Smart Home, das grob versteht, wo etwas passiert.

Wenn du erst einmal grundsätzlich wissen möchtest, warum Präsenzsensoren im Alltag so viel angenehmer sein können als klassische Bewegungsmelder, schau in meinen Vergleich Aqara FP300 vs. SwitchBot Presence. Dort geht es stärker um die Frage Präsenz statt Bewegung. Der FP400 geht jetzt einen Schritt weiter und macht aus einem Raum mehrere Automationsbereiche.

Die Community diskutiert gerade vor allem drei Punkte

In den ersten Diskussionen rund um den Verkaufsstart tauchen immer wieder dieselben Fragen auf: Lohnt sich der Wechsel vom FP2, warum braucht der FP400 weiterhin USB-C und wie gut funktionieren die Zonen über Matter?

Einzelne frühe Nutzer berichten von schnellerer Reaktion und weniger sogenannten Ghost Targets als beim FP2. Das sind interessante erste Eindrücke, aber noch kein belastbarer Langzeittest. Gerade bei mmWave-Sensoren entscheidet die Position im Raum enorm viel. Spiegel, Glasflächen, bewegte Vorhänge oder Ventilatoren können Radarreflexionen verursachen.

Aqara bietet dafür eigene Zonentypen wie Grenzen und Störquellen sowie ein KI-gestütztes Spatial Learning an. Trotzdem würde ich den Sensor nicht direkt fest verschrauben. Erst ein paar Tage ausprobieren, dann montieren.

Warum der FP400 weiterhin ein Kabel braucht

Der FP400 wird über USB-C mit 5 V und 1 A versorgt. Ein Netzteil gehört je nach Variante nicht zwingend zum Lieferumfang. Kabellos wäre natürlich schöner, aber dauerhaft aktives mmWave-Radar und permanentes räumliches Tracking brauchen deutlich mehr Energie als ein einfacher PIR-Sensor.

Genau hier unterscheidet sich der FP400 auch vom batteriebetriebenen FP300. Der FP300 ist flexibler bei der Montage und liefert zusätzlich Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Dafür ist er nicht für dieselbe permanente Mehrzonen-Raumkartierung gedacht.

FP400 oder FP2: Muss man jetzt wechseln?

Wenn dein FP2 zuverlässig läuft und deine Zonen sauber funktionieren, sehe ich keinen Grund, ihn sofort auszutauschen. Der FP2 kann weiterhin sehr viel und bietet sogar mehr frei definierbare Zonen.

Interessanter wird der FP400 für neue Installationen und für Nutzer, die bewusst von WLAN weg wollen. Thread oder Zigbee passen besser in viele moderne Smart-Home-Setups, und die Matter-Weitergabe der Zonen ist für Home Assistant spannend.

Der eigentliche Kaufgrund ist für mich also nicht „zehn Personen statt fünf“. Wer regelmäßig zehn Personen im Wohnzimmer tracken muss, hat vermutlich andere Probleme. Der spannendere Punkt ist die Kombination aus räumlicher Erkennung, Thread, Matter und sauber exportierbaren Zonen.

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Smartzeug-Fazit

Der Aqara FP400 ist eines dieser Geräte, bei denen Matter gleichzeitig die große Stärke und die mögliche Stolperfalle ist. Ja, du kannst ihn sehr einfach mit Home Assistant verbinden. Aber einfach ist hier nicht automatisch richtig.

Wer die Zonen nutzen möchte, sollte den Sensor zuerst in Aqara Home konfigurieren und erst danach über den dort erzeugten Matter-Code an Home Assistant weiterreichen.

Für 79,99 Euro ist der FP400 kein Sensor, den man mal eben in jeden Raum hängt. In einem großen Wohnbereich, einer offenen Küche oder einem Raum mit mehreren klaren Nutzungszonen kann genau ein solcher Sensor aber mehrere einfache Präsenzmelder ersetzen und deutlich interessantere Automationen ermöglichen.

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Ob die versprochene bessere Erkennungsqualität gegenüber dem FP2 im echten Alltag hält, wäre für mich der nächste logische Test.

Quellen

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