Du hast deine Steckdosen, Lampen und Sensoren ordentlich benannt. Nach dem nächsten Update steht auf einer Karte trotzdem plötzlich mehr Text als vorher. Genau darauf bereitet Home Assistant seine Nutzer jetzt vor: Mit 2026.11 ändert sich, wie Entitätsnamen und ihr Kontext angezeigt werden. Bestehende Entitäts-IDs bleiben erhalten.

Die Umstellung war bereits Teil der November-Beta. Neu ist die ausführliche offizielle Erklärung vom 3. November. Sie beschreibt, was mit deinen selbst vergebenen Namen passiert, welche Integrationen Teilgeräte unterstützen und wo eigene Karten oder Vorlagen Aufmerksamkeit brauchen.

Was bedeutet das für dich? Ein längerer Name auf dem Dashboard heißt nicht, dass Home Assistant ein Gerät doppelt angelegt hat. Geändert wird vor allem die Beschriftung. Automationen und Skripte finden ihre Entitäten weiterhin über die bisherigen IDs. Eigene Vorlagen, die Namen auswerten, sollte man gesondert prüfen.

Ein Gerät hat mehr als einen Namen

Bei Home Assistant sind Gerätename, Entitätsname und Entitäts-ID drei unterschiedliche Dinge. Eine smarte Steckdose kann als Gerät etwa „Waschmaschine“ heißen. Ihre einzelnen Funktionen heißen dann „Leistung“ oder „Energie“. Der Bereich, zum Beispiel „Waschküche“, liefert den räumlichen Zusammenhang.

Die Entitäts-ID ist dagegen die technische Adresse, über die eine Automation auf einen bestimmten Sensor zugreift. Wer nur eine Beschriftung ändern möchte, muss diese Adresse nicht anfassen. Die offizielle Dokumentation zum Anpassen von Entitäten unterscheidet deshalb ausdrücklich zwischen dem Ändern des Namens und dem Ändern der ID.

Offizielle Home-Assistant-Dokumentationsansicht der Entitätenliste mit Name, Entitäts-ID, Integration und Bereich
Die Entitätenliste trennt Name, Entitäts-ID, Integration und Bereich. Allgemeine Dokumentationsansicht, keine Vorher-nachher-Aufnahme von 2026.11. Bild: Home Assistant. Zum Vergrößern antippen.

Das Dashboard setzt den Kontext zusammen

Die Idee hinter der neuen Anzeige ist nachvollziehbar: Du benennst jedes Element einmal. Home Assistant ergänzt den Zusammenhang dort, wo er gebraucht wird. Auf der Geräteseite der Waschmaschine reicht „Leistung“. In einer Auswahl mit allen Leistungssensoren im Haus muss erkennbar sein, zu welchem Gerät und Raum der Wert gehört.

Auf Dashboard-Karten lassen sich die angezeigten Bestandteile zusammensetzen, etwa Gerät, Entität oder Bereich. Karten mit einem von dir fest eingetragenen Namen behalten diese Beschriftung. Ohne eigene Vorgabe kann die Standardanzeige nach dem Update anders aussehen. Genau diese Unterscheidung steht auch in den November-Beta-Release-Notes.

Das klingt nach einem kleinen Textdetail. Wer zwanzig ähnlich benannte Steckdosen und mehrere Raumfühler hat, merkt den Unterschied aber täglich: weniger doppelte Raumangaben, klarere Zuordnung und weniger Nacharbeit, wenn ein Gerät umzieht.

Warum dein eigener Name plötzlich länger werden kann

Interessant wird es bei Entitäten, die du früher selbst umbenannt hast. Die neue Erklärung unterscheidet zwei Fälle: Beginnt der Entitätsname bereits mit dem Gerätenamen, kann dieser gemeinsame Teil bei der Migration herausgelöst werden. Die Anzeige wird anschließend wieder aus den einzelnen Bestandteilen zusammengesetzt.

Beginnt der eigene Name anders, bleibt er als Entitätsname bestehen. Zusätzlich kann der Gerätename davor erscheinen. Ein als „Waschmaschine“ benannter Schalter am Gerät „Steckdose 3“ kann deshalb als „Steckdose 3 Waschmaschine“ auftauchen.

So entsteht der lange NameGerät: Steckdose 3
Eigener Schaltername: Waschmaschine
Mögliche Anzeige: Steckdose 3 Waschmaschine
So passt die ZuordnungGerät: Waschmaschine
Schalter als Hauptentität des Geräts
Anzeige der Hauptfunktion: Waschmaschine

Du musst dafür nicht jeden Messwert einzeln umbenennen. Sinnvoller ist es, dem Gerät den passenden Namen zu geben und seine zentrale Funktion als Hauptentität zu kennzeichnen. Die technische ID kann dabei bleiben, wie sie ist. Das Beispiel oben erklärt die Zuordnung; die konkrete Darstellung hängt von der jeweiligen Ansicht ab.

Eine Steckdosenleiste bekommt Teilgeräte

Eine Mehrfachsteckdose ist ein Gerät, versorgt aber möglicherweise ganz unterschiedliche Dinge. Künftig können ihre einzelnen Anschlüsse als untergeordnete Geräte organisiert werden, mit eigenen Namen und Bereichen. Die Leiste bleibt als übergeordnetes Gerät erhalten.

Das Projekt nennt zum Start Z-Wave, MQTT, ESPHome sowie bestimmte Tuya-Geräte und weitere einzelne Integrationen. Matter und ZHA sind laut der neuen Ankündigung noch in Arbeit. Ein vorhandenes Gerät bekommt diese Struktur also nicht allein deshalb, weil es mehrere Schalter hat.

Die Dokumentation zu übergeordneten Geräten und Teilgeräten macht außerdem eine wichtige Grenze deutlich: Die jeweilige Integration entscheidet, ob sie Teilgeräte anlegt. Nutzer können diese Aufteilung nicht beliebig selbst erstellen. Für eine Kaufentscheidung reicht das Schlagwort deshalb nicht aus.

Dein Smartzeug-Video dazu

In meinem Video zu Home Assistant 2026.11 beginnt das Kapitel über Entitätsnamen bei 12:40. Die Aufnahme entstand zur November-Beta. Die neue offizielle Erklärung ergänzt jetzt die Details zur Migration vorhandener Namen.

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Diese drei Stellen verdienen einen Blick

Die Umstellung ist für Version 2026.11 vorgesehen. Zum Recherchezeitpunkt am frühen 4. November lag diese noch als Beta vor. Wer später aktualisiert, sollte besonders auf folgende Punkte achten:

  • Eigene Dashboard-Karten: Manche benutzerdefinierten Karten lesen weiterhin das Attribut friendly_name. Dadurch kann ihre Beschriftung von eingebauten Karten abweichen. Ein ausdrücklich gesetzter Kartenname kann die Anzeige stabil halten.
  • Vorlagen für Meldungen und Anzeigen: Wo friendly_name ausgelesen oder ein Name als Text verglichen wird, lohnt eine Kontrolle. Home Assistant empfiehlt stattdessen passend zum gewünschten Kontext entity_name(), device_name() und area_name(). Das alte Attribut bleibt vorerst zur Kompatibilität erhalten. Eine spätere Entfernung soll vorher angekündigt werden.
  • Sprachsteuerung: Bei für Assist, Alexa oder Google Assistant freigegebenen Entitäten sollen die bisherigen Namen bei der Migration als Alias ergänzt werden. Eigene häufig verwendete Befehle nach dem Update einmal auszuprobieren, ist trotzdem sinnvoll.

Vor einem Update gehört ein überprüftes Backup dazu. Unser Home-Assistant-Backup-Notfallkit zeigt, was du für die Wiederherstellung bereithalten solltest. Die übrigen November-Neuerungen findest du in unserer Übersicht zu Home Assistant 2026.11.

Für mich ist die entscheidende Verbesserung die saubere Trennung: Das Gerät bekommt einen verständlichen Namen, der Sensor beschreibt seinen Messwert und Home Assistant ergänzt den Raum. Wenn das im Alltag konsequent funktioniert, muss man beim nächsten Umzug einer Steckdose weniger Text von Hand reparieren.